Spotify führt neue Streaming-Richtlinien ein: Weniger als 1.000 Streams bleiben unentgeltlich

In den letzten Monaten entbrannte eine heftige Debatte um die Einnahmen aus Musikstreaming, angefacht durch Spotify. Jetzt hat die Plattform reagiert und neue Richtlinien zur Regulierung von Tantiemen und damit verbundenen Einkünften bekannt gegeben. Im November wurden die Änderungen umfassend dargelegt, mit dem erklärten Ziel, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine zusätzliche Milliarde Dollar für aufstrebende Künstler und Fachkräfte zu erwirtschaften. Seit dem 1. April 2024 sind diese Richtlinien offiziell in Kraft.

Die Kernpunkte der neuen Strategie umfassen die Bekämpfung künstlich generierter Streams, die Verbesserung der Verteilung von Kleinstbeträgen an aufstrebende Künstler durch Einführung einer Mindestanzahl an Streams für die Generierung von Tantiemen und schließlich die Blockierung von Nutzern, die versuchen, das System zu manipulieren. Zusammengefasst müssen Tracks nun innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens 1.000 Streams erreichen, um in den Pool für aufgezeichnete Musik-Tantiemen aufgenommen zu werden.

Laut Spotify stammen 99,5 % aller Streams auf der Plattform von Tracks, die jährlich mindestens 1.000 Streams verzeichnen. Unter dieser Politik wird jeder dieser Tracks mehr verdienen.

Maßnahmen gegen künstlich generierte Streams

Um künstlich generierte Streams zu bekämpfen, hat Spotify eine Richtlinie eingeführt, die Labels und Distributoren mit Strafen belegt, wenn ihre Tracks künstlich gestreamt werden. Dies soll bereits im Vorfeld unerwünschtes Verhalten unterbinden und die Veröffentlichung unzuverlässiger Inhalte auf Spotify und anderen Streaming-Plattformen verhindern. Diese Gebühren unterstützen Spotifys Bestrebungen, sowohl die Musikindustrie als auch die eigene Plattform frei von künstlichen Aktivitäten zu halten.

Neue Richtlinien für „Hintergrund-Tracks“

Angesichts der Zunahme dieser Formate hat Spotify die Mindestlänge von funktionalen Geräuschen wie weißem Rauschen, Naturgeräuschen, ASMR, Soundeffekten usw. auf zwei Minuten festgelegt, um Tantiemen zu generieren. Spotify erklärte, dass Hörer diese Hintergrundgenres spielen und viele dieses Phänomen ausnutzen, indem sie Tracks verkürzen, um sie unrechtmäßig zu monetarisieren. Diese Beschränkung wird zu geringeren Einnahmen führen, da der Track aufgrund seiner Länge seltener gespielt wird, was mehr verdienenden Künstlern Anerkennung verschafft.

Neuesten Nachrichten zufolge plant die Streaming-Plattform, ihre Preise zu überprüfen und zu erhöhen. Zudem hat sie kürzlich Video-Lerninhalte eingeführt, um ihr Angebot weiter zu bereichern. Außerdem ist die Einführung eines neuen Basispaketes für Nutzer, die an Hörbüchern kein Interesse haben, geplant, was den Beginn mehrerer aktualisierter Preispläne darstellt. Diese Entscheidung führte zu einem Anstieg des Aktienwerts von Spotify um 4,6 %, obwohl die langfristigen Auswirkungen dieser Änderungen noch ungewiss sind.

FAZIT

Die Entscheidungen der Plattform haben die Landschaft des Musikstreamings erheblich verändert und zu bedeutenden Veränderungen in den Einnahmen und Ausgaben von Spotify geführt. Die Einführung strengerer Richtlinien, einschließlich der Entmonetarisierung von Tracks mit weniger als 1.000 Streams und der Verhängung von Strafen für künstliche Streams, markiert einen Wendepunkt in den Einnahmen für Künstler und der finanziellen Dynamik für das Streaming-Unternehmen selbst. Letztendlich signalisieren die jüngsten Entscheidungen und Initiativen von Spotify eine Phase bedeutender Transformation für die Plattform und die Musikindustrie als Ganzes.

Aufgrund dieser Maßnahmen wird es für Labels und Künstler umso wichtiger, die richtigen Marketingstrategien zu wählen, um ihre Musik effektiv zu promoten und ihre Streams zu maximieren.