Aaron The Baron im Interview

Aaron-2Seit dem Start der WCC (World-Chillout-Lounge-Charts) sind immer wieder regelmäßig diverse Künstler mit ihren Tracks des Labels „Davino Records“ ganz oben mit dabei. Dies nehmen wir zum Anlass, Euch einen Herrn hinten den Kulissen vorzustellen. Das Interview führte die Dani (54house.fm/ World Chill Lounge Charts http://wdjc.de/wcc/)!

Wir freuen uns, dass wir Aaron The Baron für ein Interview gewinnen konnten.

Langjährige Erfahrung im Musikbusiness als Bassist, Komponist, sowie Live- und Studiomusiker haben Aaron The Baron dazu bewegt, sich musikalisch zu verwirklichen und etwas „eigenes“ auf die Beine zu stellen. Der Wunsch eines eigenen Tonstudios wurde Realität. In seinem professionellen Hightech-Studio komponiert und produziert er seine eigenen Tracks, entwickelt neue Ideen und realisiert auch Fremd-Produktionen.

Als Produzent widmete er sich zunächst dem Bereich der Lounge- und Chill-Out-Music, bis er die House-Music für sich entdeckte. Um seiner Musik einen besonderen Touch zu geben, kombinierte er House-Music mit Elementen aus Soul und Funk und drückt so dem Ganzen seine persönliche Note auf.

Im Jahr 2011 gründete er zusammen mit dem österreichischen Produzenten, Remixer und DJ STJ das Label Davino Records. Dieses Label hat sich darauf spezialisiert, ausgewählte „Soulful Music Productions“ aus vielen Genres der elektronischen Musik rund um House auf den Markt zu bringen. Die zahlreichen Charterfolge zeigen, dass Aaron The Baron den richtigen Weg im Musikgeschäft eingeschlagen hat. Im nachfolgenden Interview könnt Ihr mehr über den Künstler Aaron The Baron und seine aktuellen Projekte erfahren.

Dani:

Hallo Thomas, ich freue mich sehr, dass ich nach deinem Kollegen Stefan (STJ) nun auch dich interviewen darf. Ich bedanke mich an dieser Stelle schon mal bei dir über diese Form der Zusammenarbeit und bin nun sehr gespannt, was wir über dich erfahren dürfen.

Deine Biographie endet mit dem Zitat von John Miles, „Music was my first love, and it will be my last“. Warum passt gerade dieses Zitat zu deiner Person und was verbindest du mit diesem Satz? Kannst du uns an dieser Stelle, im Hinblick auf den ersten Teil des Zitates, erzählen, wann die Musik in dein Leben getreten ist und wie deine „ersten“ Schritte in diesem Bereich ausgesehen haben?

Thomas:

Zunächst möchte ich mich bei dir, Daniela, herzlich für die Einladung zu diesem Interview, deinem Interesse an mir als Aaron The Baron, meiner Musik und unserem Label DAVINO RECORDS bedanken.

„Music was my first love“. Das Zitat passt deshalb so gut, weil es einfach stimmt. Quasi seit ich denken kann, wollte ich schon immer Musik machen, Rockstar werden, und hatte als Jugendlicher und „junger Wilder“ viele Flausen und Träume dieser Art im Kopf. Zum Rockstar hat’s dann jedoch nicht gereicht, aber bis heute finde ich immer noch viel Freude und Erfüllung daran, Musik in den verschiedensten Formen zu machen, früher als Live-Musiker und Bandmitglied, heute als Produzent.

Meine „musikalische Karriere“ begann im zarten Alter von 6 Jahren mit klassischem Klavierunterricht, was sich schließlich für einen Jungen aus gut bürgerlichem Hause gehörte. Oder nein, noch früher: ich muss wohl ca. 4 Jahre alt gewesen sein, als ich von meinen Eltern auf der Kirmes eine Plastikgitarre geschenkt bekam. Gitarre zu spielen war nämlich schon immer mein Wunsch. Voller Stolz und spontan beschoss ich, in dem Eissalon, den wir nach diesem Kirmesbesuch aufsuchten, eigene Eigenkompositionen zum Besten zu geben, und begleitete mich mit meinem improvisierten Gesang souverän auf eben dieser Kunststoffgitarre. Es muss sich bestimmt schrecklich angehört haben, aber Kindern verzeiht man ja so Einiges.

Aber Spaß beiseite; nach sechs Jahren klassischer Klavierausbildung, durch die ich mich mehr schlecht als recht quälte, kaufte ich mir vom eigenen ersparten Geld eine akustische Gitarre, und lernte die ersten Akkorde in verschiedenen Gitarrengrundkursen beim CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen).

Dann kaufte ich die erste „Stromgitarre“, ich brachte mir vieles auf der Gitarre selber bei, und stieg im Alter von 14 Jahren als Leadgitarrist in die erste Band ein, mit der ich gleich schon im selben Jahr die ersten Auftritte hatte.

Es folgten die verschiedensten Schülerbands, was nie von langer Dauer war, wo ich jedoch einiges an Erfahrung sammeln konnte.

Dani:

Nachdem wir nun etwas über deine Anfänge erfahren durften, möchte ich gerne darauf eingehen, wie sich dein musikalischer Werdegang weiter gestaltet hat. Als Bassist, Komponist und Musiker (u.a. in erfolgreichen Rockbands im Raum Köln/Bonn) zeigst du dich sehr vielseitig und dass du viele Facetten besitzt. Ich vermute, dass sich gerade durch diese Eigenschaften dein bisheriger musikalischer Weg sehr interessant gestaltet hat. Kannst du uns von deinem Weg in der Musikbranche berichten?

Thomas:

Nach der „Schülerband-Ära“ stieg ich irgendwann von der Gitarre zum Bass um, weil ich es faszinierend fand, mit diesem Instrument in Verbindung mit den Drums die ultimativen Grooves zu erzeugen, und außerdem drückt es so schön untenrum.

1980 gründeten wir die Band T. D. JAM (Thomas, Dieter, Jürgen, Albert, Marian, damit das mit der Namensfindung schon mal klar ist. Wir schrieben unsere eigenen Songs und machten Rock mit deutschen Texten. Unseren zweiten Auftritt absolvierten wir gleich vor großem Publikum als Vorgruppe von BAP, die zu der Zeit gerade mit Vollgas durchstarteten. In den kommenden Jahren folgten viele Auftritte in der nördlichen Hälfte der damaligen BRD und zwischendurch immer wieder Studioproduktionen für Demos. Die Neue Deutsche Welle kam, und deutschsprachige Musik stand hoch im Kurs. Nach einiger Zeit wurde ein „Produzent“ auf uns aufmerksam mit angeblich besten Kontakten zu Verlagen und zur Plattenindustrie. Tatsächlich stellte er auch einen Kontakt zum Gerig-Verlag her, und wir sollten zur Produktion unserer ersten Single ins Studio gehen. Zunächst liefen die Aufnahmen gut an, wir arrangierten und feilten fleißig im Studio von Jürgen Fritz (Triumvirat), die Mädels der Wolf Mahn Band sangen die Backing Vocals ein, aber kurz vor der Fertigstellung verlief plötzlich alles irgendwie im Sand, der Gerig-Verlag zog sich zurück, und unser Produzent verschwand nach Süddeutschland. Erst einmal aus der Traum.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen konzentrierten wir uns wieder mehr auf unsere eigentlichen Berufe. Unser Drummer schlug trotzdem die professionelle Musikerlaufbahn ein und spielte u.a. in Bochum beim Starlight Express. Unser Keyboarder versuchte es noch einmal mit der Formation BAGDAD, was aber leider auch nicht zum gewünschten Erfolg führte.

Nach einem Jahr Zwangspause begannen wir mit T. D. JAM ein zweites Mal mit neuem Drummer, neuem Keyboarder und neuem Sänger. Wir wurden souliger und funkiger, versuchten es später auch mit Cover-Versionen, und tourten somit wieder viele Jahre über die Stadtfeste und durch die Clubs. Höhepunkt dieser Ära war dann Ende der 90ger Jahre eine professionelle CD Produktion, die wir in dem Studio unseres ersten Keyboarders innerhalb 2 Jahren durchführten.

Anfang des Neuen Jahrtausends, als die Computer immer leistungsfähiger und die Programme immer ausgereifter wurden, machte ich mit zunächst minimalstem Equipment meine ersten Gehversuche mit dem Produzieren von Musik. Zunächst wiederum als Autodidakt habe ich mich sehr intensiv mit dieser auch sehr umfangreichen Materie beschäftigt. Als ich dann irgendwann alleine nicht mehr weiter kam, habe ich einige Kurse über professionelle Musikproduktion besucht und alles an Wissen in mich aufgesogen, was mir vor die Augen und vor die Ohren kam.

Dani:

In dieser Frage möchte ich gerne auf deinen Künstlernamen Aaron The Baron eingehen. In vielen meiner Interviews ist das eine der ersten Fragen und auch bei dir interessiert es mich sehr, welche Geschichte hinter der Namensfindung steckt. Kannst du uns erzählen, wie du zu deinem Künstlernamen gekommen bist und was dieser verkörpert? Hast du schon immer unter diesem Pseudonym gearbeitet oder gab es durch persönliche Weiterentwicklungen oder andere Projekte Namenswechsel in deiner Laufbahn?

Thomas:

Um deine letzte Frage zuerst zu beantworten: ich habe von Anfang an unter dem Pseudonym Aaron The Baron produziert und veröffentlicht. Doch wie kam ich auf gerade diesen Namen?

Ich habe mal zwischendurch etwas Ahnenforschung betrieben und bin dabei auf einen Urururgroßonkel mütterlicherseits gestoßen, der mit Vornamen Aaron hieß, ein Baron war und sogar Klavier spielen konnte. Was lag da näher, als zum Gedenken dieses ehrwürdigen Herrn dieses aufzugreifen und mir den Künstlernamen Aaron The Baron zu geben?

Hört sich gut an und ist sicherlich auch sehr pressewirksam, oder? Ist aber leider alles Quatsch! Die Wirklichkeit ist viel einfacher und, ehrlich gesagt, auch ohne tieferen Sinn.

Zunächst einmal mag ich Namen, die sich reimen, wie z.B. Italian Stallion, Move 2 Groove oder eben Aaron The Baron. Dann überlegte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn, dass es wohl Sinn machen würde, wenn mein Künstlername mit dem Buchstaben „A“ beginnen würde, einfach um in alphabetischen Suchmaschinen am Anfang zu stehen. Und noch besser wäre zu diesem Zweck wohl ein „Doppel A“ wie bei Aaron. Was ich dabei allerdings nicht bedacht hatte, war, dass Namen, die mit Zahlen beginnen, wie z.B. 50 Cent, noch weiter oben stehen. Dumm gelaufen, könnte man so sagen. Aber egal, der Name blieb dann.

Dani:

In deiner zweiten Heimat Spanien hast du in diversen Clubs House-Music für dich entdeckt und bindest diese seitdem in deine Arbeit ein. Was genau fasziniert dich am Bereich House-Music? Es ist ja schon ein Wagnis, seinen eigenen Stil (House kombiniert mit Soul und Funk) zu entwickeln und nach außen zu vertreten. Glaubst du, dass gerade dieser Weg dazu geführt hat, dass deine Produktionen so erfolgreich in den Charts vertreten sind?

Thomas:

House Music ist für mich die ideale Kombination von coolen, tiefergehenden und die Seele berührenden elektronischen Sounds und einem amtlichen Groove, der von der Rhythmusabteilung abgeliefert wird. Und wenn dann wie häufig auch beim klassischen Vocal House mal mehr als zwei Harmonien im Arrangement vorkommen, ist das für mich schon sehr faszinierend und inspirierend.

Dass ich bei meinen Produktionen Soul – und Funkeinflüsse mit einbringe, geschieht mehr automatisch und resultiert wahrscheinlich aus meinem musikalischen Background. Ich bin halt stark durch die 80ger und 90ger Jahre geprägt. Sicherlich ist auch meine Herangehensweise und Realisierung einer Produktion als Musiker und Bassist eine andere als die eines DJs. So hat sich sehr früh eine Art eigener Stil entwickelt, ohne dass ich bewusst darauf hin gearbeitet habe. Ob´s ein Segen oder ein Fluch ist, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Gerne würde ich stilistisch auch mal etwas ganz anderes machen, aber wenn ich es probiere, kommt am Ende wieder Aaron The Baron dabei heraus. Anderseits ist es schon ein tolles Gefühl, wenn die Leute meine Musik mögen und sich das durch entsprechende Chartplatzierungen manifestiert.

Im Übrigen möchte ich in diesem Zusammenhang auch einmal meine Kolleginnen und Kollegen erwähnen, die durch ihren Gesang und ihre Lyrics eine Produktion erst zu dem machen, was sie am Schluss ausmacht. Das Playback ist jederzeit austauschbar, die Vocals niemals.

Dani

Im Jahr 2011 wurde dann das Label Davino Records zusammen mit dem Künstler STJ gegründet. Kannst du uns ein bisschen über das Label berichten? Welche Musik und Musiker releasen über das Label, welche Schwerpunkte verfolgt ihr …und interessant wäre an dieser Stelle zu erfahren, wie die Arbeit als Label-Manager aussieht? Welche Aufgaben übernimmst du in diesem Bereich und welche dein Kollege Stefan?

Thomas:

Mit DAVINO RECORDS haben wir uns musikalisch „Soulful House and Lounge Music“ auf die Fahne geschrieben. (Und wieder erscheint der Soul. STJ und ich haben da einen recht ähnlichen Geschmack, was House und Lounge Music betrifft, wobei Stefan eher aus der DJ Ecke kommt, was man auch bei seinen Produktionen hört, und ich eben aus der klassischen Musiker-Ecke. Daher ergänzen wir uns recht gut, besonders, wenn wir gemeinsam an Produktionen arbeiten.

Wir sind mit unserem Label schon sehr experimentierfreudig, solange letztendlich wieder House oder Lounge dabei herauskommt. Aus diesem Grund arbeiten wir mit Künstlern aus sehr unterschiedlichen Genres zusammen, von Klassik bis Rap, von Schlager bis Rock. Dies sind meistens Sängerinnen und Sänger aus diesen Genres, mit denen wir dann gemeinsam unsere Soulful House- and Lounge-Produktionen realisieren. Aber auch instrumentale Produktionen können dabei sein, wie z.B. ECO BALLAD mit dem maltesischen Pianisten Clifford Borg, der ja aktuell in den „World-Chill-Lounge-Charts“ ganz oben platziert ist.

In den ersten Jahren von DAVINO RECORDS haben wir außer unseren eigenen Produktionen auch Fremdproduktionen released. Da wir unseren Job hierbei aber sehr ernst nehmen, haben wir auf Grund des großen Erfolges als Label DAVINO RECORDS bald feststellen müssen, dass wir das alles neben unseren eigenen Produktionen arbeitstechnisch nicht mehr bewältigen konnten. So mussten wir schweren Herzens unsere Releases bis auf ganz wenige Ausnahmen auf unsere eigenen Produktionen fokussieren.

Als Labelmanager gibt es Dinge, wie z.B. die Arbeit mit unserem Distributor Feiyr, die Stefan (STJ) und ich gemeinsam erledigen. Aufgabenteilung besteht bei den kommunikativen, promotiontechnischen und audiotechnischen Aufgaben. Stefan erledigt viel Korrespondenz und gestaltet als „Art Director“ sämtliche Cover, Banner, Pressetexte etc.. Meine Aufgabe als CTO (Chief Technical Officer) ist unter anderem das finale Mastering unserer Produktionen und Remixen von außerhalb, wie auch das aufeinander anpassen einzelner Tracks eines Releases, damit am Ende alles wie aus einem Guss klingt. Die Bezeichnungen wie Art Director und CTO bitte nicht zu ernst nehmen, damit nehmen Stefan und ich uns eigentlich mehr selbst auf den Arm.

Dani

Kommen wir mal zu deinem Kollegen Stefan (STJ). Kannst du uns berichten, wie und wann du Stefan kennen gelernt hast? Wie kam es dazu, dass ihr gemeinsam ein Label gegründet und somit eure Zusammenarbeit besiegelt habt? Was schätzt du persönlich an deinem Kollegen STJ und seiner Arbeit?

Thomas:

Ich habe Stefan auf einer Musik-Plattform MOM (My Own Music) kennengelernt. Da wir ähnliche Genres bedienen und beide dort seinerzeit zu unseren Anfängen sehr aktiv waren, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir aufeinander aufmerksam wurden. Es ging zunächst sporadisch los. Der eine hat für den anderen Mal einen Remix gemacht, wir haben Erfahrungen ausgetauscht, uns gegenseitig geholfen und unterstützt. So bekamen wir mit der Zeit einen sehr engen Kontakt. Wir releasten später beide beim gleichen Label CROSSWORLD RECORDS. Irgendwann war es Stefan, der auf die Idee kam, was die können, können wir auch, vielleicht sogar noch etwas besser, weil es ja für unsere eigenen Releases ist.

Er erzählte mir von dieser Idee und fragte mich, ob wir das nicht als gleichwertige Partner zusammen machen könnten. Für ihn wie für mich war das vollkommendes Neuland, und ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich das wirklich wollte, oder ob ich mich nicht doch besser ausschließlich auf die Produktion meiner Musik konzentrieren sollte. Schließlich habe ich mich aber doch dafür entschieden, mitzumachen, nicht zuletzt unserer damals noch virtuellen Freundschaft zuliebe. Und das war eine sehr gute Entscheidung. Voller Elan sind wir voll durchgestartet, und haben, wie ich denke, in kurzer Zeit so einiges erreicht.

Aus der virtuellen Freundschaft wurde dann natürlich auch eine persönliche. Wir haben uns zum ersten Mal zum ersten DAVINO RECORDS Artist .Meeting in Wien getroffen, wo wir gemeinsam ein ganzes, sehr inspirierendes Wochenende verbracht und auch an einem Abend zwei DAVINO RECORDS Artists, LiBa und ZARALII , getroffen haben. Unser zweites Treffen war dann vor anderthalb Jahren in meiner zweiten Heimat an der Costa Brava, Empuriabrava. Und das dritte wird sicherlich noch dieses Jahr stattfinden.

STJ ist ein ganz hervorragender Mensch, höflich, sachlich, kompetent, verlässlich, von großem Respekt anderen Menschen gegenüber, kurzum ist Stefan jemand, den man einfach gerne als Freund hat! Und so etwas funktioniert auch über die Entfernung. Und das Gleiche trifft selbstverständlich auch auf seine Arbeit als Produzent, Remixer, Label Manager und „Art Director“ zu.

Dani

Ich habe von dir im Vorfeld schon eine Liste mit diversen Projekten für das Jahr 2016 zugeschickt bekommen. Es stehen ja noch einige interessante Releases an. Da ich an dieser Stelle jedoch nicht weiß, wie viel ich über deine zukünftigen Veröffentlichungen schreiben bzw. verraten darf, überlasse ich dir diesen Part. Was erwartet uns noch im Jahr 2016 an Releases und Projekten von deiner Seite her? Welche Ziele hast du ins Auge gefasst und möchtest du noch verwirklichen?

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Thomas:

Wie du schon sagtest, da ist noch so einiges in der Röhre:

Zunächst arbeiten wir an einer Deep Vocal House Produktion mit meiner Partnerin, Sängerin und Songschreiberin „Sanne Gutt“. Der Original Track steht kurz vor dem Mastering, der Release wird mit verschiedenen Remixen als Maxi-Single oder EP im 2. Quartal dieses Jahres kommen.

Als Nächstes werden wir eine sehr anspruchsvolle Produktion mit der Wiener Sängerin und Songschreiberin LiBa verwirklichen. Es wird in die Chill-Out Richtung gehen, wobei sehr außergewöhnlich ist, dass die Original-Version im 6/4 Takt geschrieben ist. Frag mich nicht, wie lange ich alleine für die Programmierung der Drums gebraucht habe. Aber letztendlich hat sich die Mühe gelohnt, und ich bin sicher, dass wir damit einem sehr außergewöhnlichen Release haben werden.

Zwischendurch und nebenher, wenn es die Zeit erlaubt, arbeite ich an dem Vol. 2 meiner IN LOUNGE EP. FEELINGS von IN LOUNGE Vol. 1 kam ja in den „World-Chill-Lounge-Charts“ bis auf Platz 1, und ich hoffe, mit dem Nachfolger einen ähnlichen Erfolg erzielen zu können.

Mit Juliet Annerino aus Los Angeles werde ich ein Remake ihres Songs STAY THE NIGHT realisieren. Und da wir gerade bei Remakes sind:

Mit STJ zusammen arbeite ich parallel an einem Remake einer unserer ersten Releases von DAVINO RECORDS, nämlich FLY TO YOU mit Lys-Jane.

Du siehst, es ist viel in Arbeit, aber es macht halt auch sehr viel Spaß, an so unterschiedlichen Releases mit ebenso vielschichtigen Künstlern zu arbeiten, und dann letztendlich doch wieder eine typische DAVINO RECORDS Soulful House and Lounge Produktion zu präsentieren.

Unsere Ziele dabei sind natürlich: „See you in the charts“.

Dani:

Die Arbeit in der Musikbranche ist mittlerweile ziemlich stressig und hart, da alles viel schnelllebiger geworden ist. Man soll immer schneller und mehr produzieren/leisten als alle anderen – der Druck ist enorm hoch. Hast du privat einen Ausgleich dafür z.B. Sport oder lässt du dich von dem ganzen Stress nicht „anstecken“? Wie gehst du mit den Veränderungen im Musikbusiness um?

Thomas:

Zunächst einmal: STJ und ich sind in der glücklichen Lage, nicht mit unserer Arbeit als Produzenten und Label-Manager unseren Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Das macht uns unabhängig, und wir machen, einfach gesagt, nur das, was uns Spaß macht, und wovon wir überzeugt sind. Daher lassen wir uns von dem “ schneller, weiter, höher“ nicht mitreißen. Der Rheinländer würde hierzu sympathisch blinzelnd sagen: „Dat jeht uns am Arsch vorbei“. Wir ziehen einfach unser Ding durch. Wenn wir damit Erfolg haben, freuen wir uns natürlich riesig, und es ist Bestätigung und Ansporn für uns, so weiterzumachen.

Natürlich habe ich auch verschiedene Arten des Ausgleichs, auch wenn ich mich von dem Stress nicht anstecken lasse:

Ich gehe sehr gerne Wandern und fahre Mountainbike, am liebsten durch unsere schönen Weinberge im Rheintal. Bei Gelegenheit laufe ich auch Ski, im Sommer ist schnorcheln und surfen obligatorisch, und einen Tag Entspannung in einer schönen Wellness- und Saunalandschaft gönne ich mir auch gerne. Hier lese ich dann häufiger auch musikalische Fachzeitschriften.

Dani:

Zum Abschluss des Interviews möchte ich dir gerne eine persönliche Frage stellen. Was unterscheidet die Privatperson Thomas von dem Künstler Aaron The Baron? Stecken in dir zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und du trennst strikt berufliches vom privaten oder geht bei dir das Eine in das Andere über. Welche Eigenschaften schätzen Familie und Freunde besonders an dir?

Thomas:

Es ist nicht ganz einfach, sich selbst über seine Charaktereigenschaften auszulassen, das können meistens Familienmitglieder und Freunde besser. Aber ich werde es gerne versuchen. In Aaron The Baron stecken ja eigentlich zwei Persönlichkeiten: die des Produzenten und die des Live-Musikers. Die Persönlichkeit des Produzenten ist der der Privatperson Thomas Kühn sehr ähnlich: eher ruhig, planend, besonnen, aber auch impulsiv und euphorisch, wenn etwas losgeht oder etwas besonders gut gelingt.

Der Live-Musiker Thomas Kühn oder Aaron The Baron war auf der Bühne wie komplett ausgewechselt: Hier war es vorbei mit der Ruhe, es gab nur noch die Musik, in die ich mich vom ersten Ton an habe fallen lassen. Und dann war keine Bühne groß genug. Ich lief und sprang von einer Ecke in die andere, über Schlagzeug – und Keyboard Podeste, habe sicherlich auch dadurch manchmal einen Einsatz als Background-Sänger, meine zweite Aufgabe neben dem Bass spielen, verpasst, weil ich nicht mehr schnell genug zum Mikrofon kam. Aber es war authentisch.

Ich denke, dass folgendes als eine besondere Eigenschaft an mir geschätzt wird: wenn ich etwas mache, versuche ich es, so gut wie möglich zu machen, egal wie lange es dauert.

Weitere Informationen zu Aaron The Baron findet Ihr unter:

http://www.aaron-the-baron.com

https://www.facebook.com/Aaron-The-Baron-292418870768946/?fref=ts

http://www.davinorecords.com

https://www.facebook.com/davinorecords